Theaterkritik: ‚Twelfth Night‘ von der Shakespeare Theatre Company in der Sidney Harman Hall

Andrew Weems als Sir Toby Belch und Derek Smith als Malvolio in Twelfth Night. Foto von Scott Suchman.

Vorbereiten auf die Abreise! „Die Shakespeare Theatre Company hat Shakespeares ewiges Werk modernisiert und einem zeitlosen Klassiker neues Leben eingehaucht.

Unter der Regie von Ethan McSweeney beginnt „Twelfth Night“ mit der Ankunft einer jungen Frau namens Viola (Antoinette Robinson) im Königreich Illyrien, nachdem ihr Flugzeug abgestürzt ist. Um sich zu schützen, verkleidet sie sich als Junge, der ihrem Zwillingsbruder Sebastian (Paul Deo, Jr.) ähnelt, und nennt sich Cesario. Mit Hilfe des Narren Feste (Heath Saunders) tritt sie in die Dienste des Herzogs Orsino (Bhavesh Patel) und versucht, ihm bei seiner Suche nach der Liebe von Olivia (Hannah Yelland) zu helfen. Verwechslungen, grausame Streiche und mehrere Fälle von unerwiderter Liebe führen zu einer Komödie, die ebenso urkomisch wie ergreifend ist.

Der Spaß am Stück beginnt, sobald das Publikum das Theater betritt. Die Bühne ist in einen Flughafen verwandelt, komplett mit Wartehalle und Abflugplan. Während die Zuschauer hereinschlurfen, laufen die Darsteller auf der Bühne umher. Einige tragen Gepäck, andere tragen Stewardess-Uniformen und wieder andere spielen die Rolle des Flughafenpersonals.

Dieses „Stück vor dem Stück“ wurde sogar auf meine Eintrittskarte übertragen, auf der eine Abflugzeit anstelle einer Startzeit angegeben war und auf der vermerkt war, dass ich eine TSA-Vorabkontrolle hatte. All dies trug zu einer geschickten Umrahmung von „Twelfth Night“ bei. Was im Original ein Schiffsunglück war, wurde auf der Bühne zu einem Flugzeugabsturz, bei dem das Gepäck dramatisch von der Decke fiel.

Diese Details haben die Stimmung des Stücks sehr gut getroffen und das Publikum sofort in die Welt des Stücks versetzt. Die Kulisse des Flughafens gefiel mir zwar, aber das verstreute Gepäck und die Sitzgelegenheiten auf dem Flughafen wurden in den folgenden Szenen auf der Bühne belassen. Das wirkte ein wenig ablenkend, da die Kulisse eines Flughafens nicht mehr passte, als Viola in Illyrien angekommen war. Die Gepäckstücke machten keinen Sinn mehr.

Trotz der verwirrenden Kulissen konnten die Darsteller glänzen und machten zusammen mit anderen Elementen der Show diese Produktion zu einem wahren Kunstwerk.

Die Komödie nimmt ihren Lauf, als Verwechslungen, grausame Streiche und mehrere Fälle von unerwiderter Liebe zusammenkommen, um ein Stück zu schaffen, das ebenso urkomisch wie ergreifend ist.

Das herausragende Element der Aufführung war Saunders als Narr Feste. In einer verrückten, auf den Kopf gestellten Welt zeigte Saunders eine überraschend geerdete Präsenz, vor allem, wenn es sich um einen Narren handelt. Aber Feste ist so etwas wie eine Stimme der Vernunft für die anderen Figuren, und Saunders machte Feste äußerst sympathisch. Er war auch für einen Großteil der Musik des Stücks verantwortlich. Mit seiner markanten Stimme waren seine musikalischen Darbietungen wirklich bewegend.

Obwohl Feste der Narr ist, kamen die komödiantischsten Parts der Show von Sir Toby, gespielt von Andrew Weems, und Sir Andrew, gespielt von Jim Lichtscheidl. Jedes Mal, wenn diese beiden auf der Bühne standen, musste das Publikum lachen. Ihre Szenen boten einen dringend benötigten Ausgleich zu den ernsteren Szenen zwischen den anderen Charakteren.

In der Hauptrolle war Robinson eine ständige Präsenz auf der Bühne und verkleidete sich überzeugend als junger Mann. Sie war auch in der Lage, ihre Manierismen als Viola und ihre Manierismen als Cesario zu trennen, was es leicht machte, zu sehen, wie sie die anderen Figuren täuschen konnte.

Yellands Darstellung der Olivia war eine perfekte Balance aus Gelassenheit und Verrücktheit. Sie ist eine elegante Frau mit aufwendigen Kleidern und einer auffälligen Sonnenschirm/Schleier-Kombination. Aber ihre Leidenschaft für Cesario nimmt eine fast wahnsinnige Fixierung an. Sie ist sowohl schön als auch manisch, und Yelland spielt beide Seiten wunderbar.

Malvolio, gespielt von Derek Smith, war eine der interessanteren Figuren des Stücks. Als er zum ersten Mal vorgestellt wird, ist er ein sehr konservativer, strenger Mann. Aber auf seiner Suche nach Olivias Liebe wird auch er manisch und verrückt. Das sorgte für viele komische Momente, aber es war eher ein grausamer Humor. Sein Abgang, bei dem er die anderen Figuren für ihre Tricks tadelt, wirkt überdramatisch und melancholisch.

Die Kostüme von Jennifer Moeller waren einer der Höhepunkte der Inszenierung. Die Männer trugen farbenfrohe, geblümte Anzüge und die Frauen eklektische Muster und auffällige Kostüme, die dazu beitrugen, die Welt von „Twelfth Night“ auf den Kopf zu stellen.

Der schrullige und exzentrische Stil der Aufführung machte sie zu einer einzigartigen Produktion, die sowohl lustig als auch skurril war. Trotz der interessanten und unterschiedlichen Auswahl blieben die Gefühle, die sie hervorriefen, Shakespeares Originaltext treu und fühlten sich in „Twelfth Night“ zu Hause.

Laufzeit: 2 Stunden und 45 Minuten mit einer 15-minütigen Pause.

„Twelfth Night“ läuft bis zum 20. Dezember in der Sidney Harman Hall in Washington, DC. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier.

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